Netzwerk Kirchliche AIDS-Seelsorge
Grundsätze des Netzwerks Kirchliche AIDS-Seelsorge
Das Netzwerk Kirchliche AIDS-Seelsorge ist der Zusammenschluss von Seelsorgerinnen und Seelsorgern, die im Problemfeld HIV und AIDS tätig sind. Diese geben sich für ihre Vernetzung selbst die folgenden Grundsätze:
1. HIV- und AIDS-Seelsorge ...
- ist das Angebot seelsorgerlicher Begleitung für Menschen, die von HIV und AIDS betroffen sind.
- richtet sich an Menschen mit HIV und AIDS, an deren Partnerinnen und Partner, Freundinnen und Freunde, Zugehörige und Menschen, die diese Seelsorge in Anspruch nehmen.
- tritt dafür ein, dass Menschen, die von HIV und AIDS betroffen sind, vollwertige Mitglieder der Kirche sind, sofern sie dies nicht selbst ablehnen.
- geschieht im Kontext von und in Zusammenarbeit mit anderen kirchlichen und nicht-kirchlichen Initiativen im Umfeld von HIV und AIDS.
- sieht sich herausgefordert im Kampf gegen Vorurteile und Stigmatisierungen gegen Andersdenkende und -lebende auch in den Kirchen.
- sieht und vertritt die alle Normen und Entwürfe übersteigende grundlegende Wertschätzung eines jeden Menschen als Ebenbild Gottes, die jedem Menschen die Perspektive zu neuem Leben eröffnet.
- versteht sich als Einladung an alle, die sich ihren Fragen, Erfahrungen, Zweifeln und Ängsten, Vorurteilen und Unsicherheiten zum Leben mit und in den Kontext von HIV und AIDS stellen wollen, ohne fertige Antworten zu besitzen oder zu erwarten.
- ist selbstverständlich kostenlos und vertraulich.
2. Wer in der HIV- und AIDS-Seelsorge mitarbeitet ...
- verfügt über allgemeine und seelsorgerliche Beratungskompetenz.
- gehört einer ACK-Kirche an.
- eignet sich die notwendigen Kenntnisse zum Thema HIV und AIDS an und informiert sich regelmäßig über die weitere Entwicklung.
- bietet nach seiner/ihrer Kompetenz und zeitlichen Möglichkeit vertrauliche Einzelgespräche, Veranstaltungen und Seminare sowie Andachten und Gottesdienste zum Thema HIV und AIDS an.
- stellt sich dem gesellschaftlichen und kirchlichen Diskurs.
3. Das Netzwerk Kirchliche AIDS-Seelsorge ...
- macht die HIV- und AIDS-Seelsorge für die Menschen, an die sie sich wendet, öffentlich erkennbar und zugänglich.
- eröffnet die Möglichkeit und Verpflichtung der gegenseitigen Beratung und Unterstützung.
- veranstaltet Treffen, um miteinander im Gespräch zu bleiben, Erfahrungen auszutauschen, Verabredungen zu treffen und um das Angebot zu verbessern.
- organisiert nach Bedarf Fortbildungsmöglichkeiten.